Was ist Voltige?

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Update: 19. Januar 2005

Woher kommt das Wort Voltigieren?

Voltigieren leitet sich vom französischen Wort "Voltige" ab. Dieses wiederum kommt aus dem Italienischen von "volta" und heisst: " Wendung, Drehung, Umlauf". Diese französischen Ausdrücke beschreiben also den Weg des Pferdes beim Voltigieren: die Volte. In der Fliegerei wird zum Beispiel das Wort Volte ebenfalls verwendet und bezeichnet den Weg des Flugzeuges vom Start bis zur Landung im Bereich des Flugplatzes. Die Deutsche Übersetzung von Voltige zu "Kunstreiten" ist vielleicht am zutreffendsten für diesen schönen Sport.

Voltige heute                        

Die Schweiz spielt im Voltigesport eine wichtige Rolle: Ist sie doch mit der Voltigegruppe St. Gallen mehrfach Welt- und Europameister geworden.

1996 wurde das Voltigieren als Jugend- und Sport- Disziplin - Bereich Pferdesport - in das Programm der Eidgenössischen Sportschule Magglingen aufgenommen.

Eine Voltigegruppe besteht immer aus einer Gruppe von Kindern und Jugendlichen zusammen mit dem Pferd und dem/der TrainerIn. Bei Einzel- und Partnerübungen bieten sich unzählige Übungskombinationen an. Diese einzigartige Sportart aus Eleganz, Schönheit, Kraft, Mut und Harmonie zusammen mit dem Pferd deckt viele Wünsche und Träume ab.

Gruppe, Pferd und TrainerIn müssen aufeinander eingespielt sein. Je besser dieses Zusammenspiel ist, desto eher werden die sportlichen Übungen gelingen.

Das Voltigieren verbindet in idealer Weise das Interesse von Kindern und Jugendlichen am Pferd, als auch an der Bewegung. Alle körperlichen Fähigkeiten wie Koordination, Gleichgewicht, Beweglichkeit, Sprung- und Stützkraft sowie Reaktion werden dabei geschult.

Dies zu erlernen, wird sowohl beim Einturnen, bei Kraft- und Dehnübungen, auf dem Übungsfasswie auf dem Pferd geschult.

Zu einer Voltigegruppe zählen acht bis neun VoltigiererInnen. Die Kinder und Jugendlichen lernen hierbei sich in eine Gemeinschaft einer Gruppe einzuordnen. Ihr Alter ist auf 18 Jahre begrenzt. Für EinzelvoltigiererInnen gilt, dass sie im laufenden Kalenderjahr mindestens 14 Jahre alt werden, ein festgelegtes Höchstalter gibt es nicht.

 

Spiel- und Anfängergruppen

Von der ersten Voltigestunde bis zum wettkampfmässigen Voltigieren ist es ein sehr langer Weg. Nur ein kleiner Teil der Schüler schafft es, Mitglied einer Turnier-Gruppe zu werden. Die meisten VoltigiererInnen werden ihren Sport in einer spielerischen Form ausüben, ohne besonderen Ehrgeiz und ohne Wettkampfambitionen. Sie freuen sich, wenn die Übungen gelingen und betreiben diesen Sport nur zur eigenen Freude und Körperbildung. Vielleicht möchten sie später Reiten lernen. Voltigieren bildet eine hervorragende Grundlage.

Die Losgelassenheit des jugendlichen Voltigierers ist Vorbedingung für das Gelingen jeder Übung. Sie stellt sich ein, wenn die aus einer gewissen Ängstlichkeit resultierenden Verkrampfung überwunden ist und der Voltigierer das Gleichgewicht   auf dem Pferderücken gefunden hat.

Mut und Selbstvertrauen sind weitere Folgen dieser natürlichen Entwicklung. Spielerisch und mit Anmut sollen alle Übungen ausgeführt werden.

Alle VoltigiererInnen lernen, Rücksicht auf das Pferd zu nehmen und die Übungen mit einer gewissen Körperspannung auszuführen. Kein Pferderücken liebt es, wenn ein (auch noch so kleines) Körpergewicht "hineinplumpst". Somit gehört das Einturnen, die Kraftübungen und die Übungen auf dem Fass, auch bei Spiel- und Anfängergruppen, unbedingt zum Unterrichtsstoff.

Die Pflicht

Die Pflicht besteht aus sieben Übungen, die von allen Gruppen- und EinzelvoltigiererInnen ausgeführt werden müssen. Die Wertnoten gelten von 0 (nicht ausgeführt) bis 10 (ausgezeichnet).

1. Block    der Aufgang, der Grundsitz, die Fahne, die Mühle

2. Block    die Schere, das Stehen, die Flanke

Die Kür

Die Kür kann nach eigenen Ideen, eigener Phantasie und freiem Ermessen zusammengestellt werden.

Bewertet werden Schwierigkeit, Gestaltung (Harmonie mit dem Pferd, Übungsverbindungen, Abwechslung der Übungselemente, Auf- und Abgänge, Orginalität etc.) die Ausführung und der Gesamteindruck.