Medien
Zeitungsberichte zur Voltige-WM in Brno
Melanie Guillebeau, Nadja Büttiker, Larissa Bleiker, Andrina Niederberger, Jenny Dal-Zotto (vorne), Moni Bischofberger (hinten), Desiré Widmer, Martina Büttiker - sichtlich gut gelaunt an der Eröffnungsfeier

Positive Bilanz - aber kein Edelmetall

Der Abstand zu den allerbesten Nationen im Voltigesport hat sich zwar nicht vergrössert, aber auch nicht verkleinert. Nach wie vor gehört die Schweiz zu den starken Voltige-Nationen und vermag die Konkurrenz von hinten im Schach zu halten. Sollte es aber je wieder einmal zu einer WM- oder EM-Medaille reichen, muss im Schweizer Lager alles stimmen, genügt 'nur' eine gute Leistung nicht mehr.

Pferdewoche vom 6.8.2008, Urs Nobel

Parallell zur WM fand auch die EM der Junioren statt. Zum dritten Mal an der dritten EM für Junioren überhaupt, wurde ein Schweizer-Team (NPZ Bern) Vierte, von den Einzel, die erstmals an einer EM starten konnten, vermochte niemand über sich hinaus zu wachsen. Immerhin schafften es je in Bursche und ein Mädchen in den Final der Besten.

Bestnoten
25 Nationen waren an diesen beiden Titelkämpfen am Start, einmal mehr dominierten die Deutschen und …sterreicher, welche den Grossteil der Medaillen unter sich ausmachten. Brno zeigte sich als angenehmer Gastgeber und brillierte mit einer hervorragenden Infrastruktur. In organisatorischer Hinsicht durften sich die Tschechen auf die Unterstützung von deutschen und österreichischen Funktionären verlassen und so verdienten sie sich auch in dieser Hinsicht Bestnoten. Imponierend die Wettkampf-Halle. Sechs Zirkel standen zum Ablongieren zur Verfügung, der Wettkampf-Zirkel war rundherum mit einer mobilen Tribüne versehen, welche Platz für rund 5000 Zuschauer bot.

Wieder Vierte
Der Voltige-Verband forderte vom Team Lütisburg an der WM und vom NPZ Bern an der Junioren-EM je einen Platz unter den ersten Sieben. Die Berner zeigten nicht nur eine kämpferische Leistung, sondern vermochten auch ihr wirkliches Potenzial abzurufen. Vanessa Rusca, die Longenführerin des Berner Junioren-Teams, zeigte sich denn auch überglücklich über diese Platzierung. 'Wir wollten auf keinen Fall schlechter sein, als das Team Garten im letzten Jahr. Das ist uns gelungen.'

Zu unkonstant
Monika Bischofberger, die Longenführerin von Lütisburg, musste einerseits anerkennen, dass Deutschland und …sterreich einen Wettkampf unter sich bestritten. Schon früh war für sie klar, dass Gold und Silber vergeben waren. 'Wir hätten besser sein müssen, wenn wir um die Vergabe von Bronze hätten mithalten wollen', zeigte sie sich selbstkritisch. Die erste Kür sei keineswegs optimal verlaufen und auch in der Pflicht habe sich ihr Team unter dem Wert verkauft. 'Eine Medaille hätte es an diesem Wochenende höchstens dann gegeben, wenn wir drei Mal so stark aufgetreten wären wie am Finaltag, und auch dann hätten wir bei den Richtern noch einen Schweizer gebraucht, der unsere Noten wie bei der Gegnerschaft etwas höher geschraubt hätte.'

Die kleine Differenz
Delegationsleiter Kurt Bigler sah noch einen weiteren Faktor, auf welchem die Schweizer ganz allgemein Punkte auf die Gegner verlieren: 'Unsere direkten Gegner verfügen praktisch alle über absolute Klassepferde. Die daraus resultierende bessere Pferdenote macht ebenfalls einen wichtigen Teil bei einer allfälligen kleinen Notendifferenz aus.' Trotzdem zog Bigler gesamtheitlich positive Bilanz von den beiden Titelkämpfen in Brno. Und er blickt bereits auf die nächste WM, die in zwei Jahren in Kentucky (USA) stattfindet. 'Dann wird unsere Delegation garantiert wesentlich kleiner sein als dieses Jahr. In die USA wird nur mitgehen können, wer ganz an der Spitze vorne mithalten kann. Obwohl verbandsmässig noch nichts festgelegt ist, prognostiziert Kurt Bigler, dass es ein ganz hartes Qualifikations-Verfahren absetzen wird.

Klare Sache
Für die WM in Brno stand bei den Einzel-Teilnehmern schon früh im Jahr fest, wer delegiert würde. Weder bei den Damen noch bei den Herren besteht eine grosse Konkurrenz an der Spitze, so dass sich die fünf Qualifizierten frühzeitig mit ihrer Teilnahme befassen konnten. Dies manifestierte sich darin, dass es erfreulicherweise alle schafften, in die Finalrunde vom Sonntag zu kommen. Zeigten sich dabei fast alle stabil, schaffte es Marion Graf, noch einen Rang gutzumachen und und mit einer Spitzenklassierung aufzuwarten. Patric Looser scheiterte indes an den eigenen Erwartungen und auch an jenen, die in ihn von aussen gesetzt wurden. Er verlor nach einer guten ersten Startrunde in welcher er Rang drei belegte, Rang um Rang, um schliesslich die WM mit dem für ihn enttäuschenden neunten Platz abzuschliessen.


Eine Medaille lag nicht drin

Voltige. Gestern war grosser Finaltag an der WM in Brno (Tschechien). Voltige Lütisburg als Team Schweiz wurde Fünfte, Marion Graf und Melanie Guillebeau setzten Akzente im Einzel.

Wiler Zeitung vom 4.8.2008, Urs Nobel

Der wichtigste Wettkampf des Jahres ist für die Voltigierer aus der ganzen Welt vorbei. 25 Nationen nahmen an der WM (Aktive) und EM (Junioren) in Brno teil und zeigten einmal mehr auf, wie faszinierend und spannend ihre Sportart sein kann, wenn die Besten aufeinander treffen. In der Gruppe hatte einmal mehr Deutschland die Nase vorne, hinter Österreich, USA und der Slowakei blieb der Schweiz Rang 5, eine Plazierung, die als Ehrenmeldung gewertet werden darf.
Die Erwartung

Die Erwartung respektive die Prognose von Monika Bischofberger, der Longenführerin von Lütisburg, hat sich somit erfüllt. Sie gab vor der WM an, dass zwischen dem Rang 2 und Rang 6 alles möglich sei. Um ganz vorne plaziert zu sein, dürfe dem eigenen Team jedoch keine Fehler passieren, gleichzeitig müssten die Gegner das eine oder andere Mal patzern.

Die Hoffnung
Dieser Erwartung gegen aussen – auch der Verband setzte die Vorgabe, dass sich Lütisburg unter den ersten sieben zu klassieren habe – stand auch die eigene, berechtigte Hoffnung auf eine Medaille gegenüber. Lütisburg musste sich aber in der Pflicht ungewohnte Abzüge gefallen lassen, während die Gegnerschaft im direkten Vergleich eher glücklich davonkam. Der fünfte Rang nach der Pflicht nährte aber die Hoffnungen, in den beiden noch ausstehenden Küren je noch einen Rang gutzumachen, dabei richtete sich das motiviert auftretende Schweizer Team auf die USA sowie die Slowakei aus. Deutschland und Österreich absolvierten einen Wettkampf «unter sich».

Die Realität
Aus der Aufholjagd – die eigene Vorgabe war durchaus realistisch – wurde dann aber nichts. Den Toggenburgerinnen hätte zu ihrem Unterfangen in der ersten Kür ein Superauftritt gelingen müssen, wie erst kürzlich an der Hauptprobe in Aachen. Die junge Truppe präsentierte sich zwar gut, wuchs aber nicht über sich hinaus. Zudem bekundete die Longenführerin etwelche Mühe, Corado (das Pferd) im gewünschten Abstand zu sich selbst zu halten, was sich in der Souveränität des Auftritts negativ auswirkte.

So waren die Plätze um die begehrten Medaillen schon vor dem Finaltag besetzt, für den Schluss-Durchgang galt es deshalb noch, sich mit einer perfekten Abschluss-Kür bei der Gegnerschaft jene Hochachtung zu bewahren, welche den Lütisburgerinnen schon seit einigen Jahren wegen ihren harmonischen und fantasievoll vorgetragenen Küren jeweils international zuteil wird

Auch wenn die letzte Kür am Sonntag einzelne kleine Fehler beinhaltete, war dieser Auftritt der beste der Gruppe um Longenführerin Monika Bischofberger an der WM. Beachtet man zudem, dass die Toggenburgerinnen einen Altersdurchschnitt von lediglich 15 Jahren aufweisen, darf für die Zukunft noch viel erwartet werden. Die Schweizerinnen waren immerhin das zweitbeste Team, welches in der Gruppe keinen Mann hatte, der mit seiner «überschüssigen» Kraft die Mädchen auf dem galoppierenden Pferd herum wirbeln konnte, als seien diese lediglich einfach Spielbälle.
Starke Marion Graf

Aus der Region standen auch zwei Einzel-Voltigiererinnen an der WM im Einsatz. Marion Graf aus Sirnach etablierte sich an ihrer zweiten WM erneut in der Weltspitze, ihr vierter Rang darf als hervorragend bezeichnet werden. Ganz allgemein wird Marion Graf attestiert, dass sie jene Voltigiererin ist, die den höchsten Sprung aller auf dem galoppierenden Pferd zu stehen vermag. Sprünge in der Tabelle machte sie auch in der abschliessenden Kür. Zuerst verlor sie einen Rang, um in der Folge zwei gutzumachen und sich auf der besten Position an einer Einzel-WM zu klassieren.
Drei Mal im Einsatz

Zu einem Doppeleinsatz kam Melanie Guillebeau, das 18jährige Gruppenmitglied von Voltige Lütisburg. Melanie Guillebeau startete ihre erste WM als Einzel-Athletin – sie hätte auch noch als Juniorin starten können – mit einer souveränen Pflicht, welche sie anfänglich auf den achten Zwischenrang brachte. Nach der ersten Kür verlor sie trotz guter Leistung etwas an Boden, um am Finaltag den zwölften Platz noch um einen Rang zu verbessern, was als Erfolg gewertet werden darf. Melanie Guillebeau war am Finaltag drei Mal im Einsatz. Sie und ihre Longenführerin Monika Bischofberger standen somit am letzten Tag unter Dauerstress und haben wohl von der Heimfahrt mit dem Car vor lauter Müdigkeit kaum mehr etwas mitbekommen.


Eine WM in der Schweiz?

Seitens des Internationalen Verbandes (FEI) würde man es begrüssen, wenn die Schweiz in absehbarer Zukunft einmal eine Europa- oder Weltmeisterschaft durchführen würde.

Wiler Zeitung vom 4.8.2008, Urs Nobel

Unter den zahlreichen mitgereisten Schweizer Supportern gab dies selbstredend regen Gesprächsstoff in den Pausen oder am Abend in den gemütlichen Gartenbeizen, welche Brno anzubieten hatte.

Einig waren sich alle: Eine WM, selbst eine EM liesse sich in der heutigen Zeit in der Schweiz auf keinen Fall durchführen. Der Schweiz fehlt es einerseits ganz klar an der nötigen Infrastruktur. Des weiteren wäre aber auch kein Verein – selbst unter Mithilfe des Verbandes – in der Lage, die Logistik auf sich zu nehmen und die Finanzen sicherzustellen.

Es wird deshalb so bleiben, dass für derartige Veranstaltungen nur noch «Voltige-boomende» Länder wie Deutschland, Österreich oder die USA in Frage kommen oder Länder wie in diesem Jahr Tschechien und Ungarn, welche auf staatliche Hilfe zählen können.

Dem Voltige-Sport in der Schweiz würde eine derartige Veranstaltung jedoch nur zum Besten gereichen. Die Sportart könnte sich im eigenen Land neu positionieren, um so auch den Abstand, welcher zu den klassischen «Voltige-Ländern» grösser geworden ist, wieder etwas zu verkleinern. (uno.)


Die WM ist lanciert

Die Voltigegruppe Lütisburg befindet sich an der Weltmeisterschaft in Brno (Tschechien). Urs Nobel befindet sich vor Ort und berichtet darüber.

Alttoggenburger vom 4.8.2008

Bereits seit Sonntag befindet sich die Schweizer Delegation in Brno. Gemeinsam mit einem Car reisten die Gruppen NPZ Bern (Junioren) und Lütisburg (Elite) sowie Einzel-Voltis beider Kategorien in zehn Stunden Fahrtzeit an den Austragungsort der diesjährigen Weltmeisterschaften. Mit dabei auch eine schöne Anzahl treuer Anhänger, welche es sich nicht nehmen liessen, die Schweizer vor Ort zu unterstützen und dabei gleichzeitig ein paar Tage Ferien zu machen.

Alle Pferde tauglich
Wichtigster Termin am Wochenbeginn war die Veterinär-Kontrolle der Wettkampf-Pferde. Um ja keine Probleme zu bekommen, zogen es die Lütisburger vor, ihre drei Pferde bereits am Freitag zu verladen und nach Brno zu transportieren. Der Aufwand hat sich auf jeden Fall gelohnt. Alle Lütisburger Pferde wurden als wettkampftauglich bewertet.

Die Pferde sind also bereit und auch die Lütisburgerinnen sind heiss auf den Wettkampf, der mit einer schillernden Eröffnungszeremonie, welcher der Einmarsch der Nationen voranging, gefeiert wurde. Der Veranstaltungsort Brno verstand es in zwei Stunden, sich in seinem besten Licht zu präsentieren, doch jetzt sind die Athletinnen und Athleten an der Reihe.

Start mit der Pflicht
Gestern startete die EM für die Junioren und die WM für die Elite mit der Pflicht. (Das Resultat der Lütisburgerinnen stand bei Redaktionschluss noch nicht fest). Für die Toggenburgerinnen galt es in jedem Fall, sich in Bestform zu präsentieren, um in der Kür den Bonus der Spitzenteams beanspruchen zu dürfen. An der Ausgangslage hat sich für die Longenführerin Monika Bischofberger und ihre Girls nichts geändert. Im allerbesten Fall ist eine Medaille möglich, doch dasselbe gilt für weitere sechs Teams ebenfalls. 15 Teams kämpfen bei der Elite um bestmögliche Rangierungen, darunter auch weitgereiste Teams wie Brasilien, Südafrika und Amerika.

Zusammenfassung WM Brno
Medien
  • Nachbarschaftshilfe
  • Sanitas
  • SM 2009 Zeitungsbericht
  • EM 2009: Grösster Erfolg
  • EM - Erfolg im Doppel?
  • Vier Siege in vier Qualifikationen
  • CVN Henau 2009
  • Stadl Paura 2009
  • Quali Biel 2009
  • Frühlingsshow 2009
  • Moulin Rouge in Boncourt
  • Lehren, lernen & voltigieren
  • Zeitungsberichte WM Brno
  • Buchtipp
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  • Voltigekalender 2010
  • Helferabend
  • Weltmeisterin leitet Lehrgang
  • Kavallo Titelseite

  • Vergangenes
     
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